Die Römer in Britannien

55/ 54 v.Chr. Caesar landet in Britannien. Dies ist mehr als Machtdemonstration denn als wirklicher Versuch der Unterwerfung anzusehen. Er steht in Gallien unter Druck und will die Unterstützung der Gallier durch die Inselkelten durch diese Expedition unterbinden. Nach einigen erfolgreichen Schlachten muss er sich aufgrund der Lage in Gallien wieder auf das Festland zurückziehen.

43 n. Chr. Aulus Plautius landet in Britannien und beginnt mit der Eroberung der Insel. Kaiser Claudius stattet der Insel einen 10tägigen Besuch ab.

71 - 84
 
Unter Agricola stoßen die Römer bis Schottland vor, aufgezeichnet wird die Kampagne durch seinen Schwiegersohn und Biographen Tacitus (ca. 55-116). Im Sommer des Jahres 84 zog Agricola von seinem befestigten Lager Inchtuthil die Ostküste entlang ins nördliche Schottland. Am Mons Graupius stellte er ein Heer der Caledonii unter ihrem Führer Calgacus. Die genaue Lage dieses Ortes liegt immer noch im Dunkeln, angenommen wird, dass er in der Nähe von Inverurie im östlichen Aberdeenshire liegen soll. Die genannten Zahlen des Berichts Ticitus' scheinen doch übertrieben: In der Schlacht sollen sich 30.000 Kaledonier und 10.000 Römer gegenüber gestanden haben, 10.000 Männer Calgagus' und nur 360 Römer sollen gefallen sein. Die geschlagenen Hochländer zogen sich in die Berge zurück und führen in der Folge einen erfolgreichen Guerillakrieg gegen die Römer, die sich nie wirklich in Schottland festsetzen können.

122 - 127 Kaiser Hadrian läßt den nach ihm benannten "Hadrian´s Wall" entlang der schottisch-englischen Grenze errichten, um die immer wieder auftretenden Einfälle der Schotten zu unterbinden.

142 - 145 Kaiser Antonius läßt weiter nördlich eine neue Verteidigungsanlage, den Antoniuswall, errichten, um die Frontlinie zu verkürzen. Sie ist aber nicht so stark befestigt wie der Hadrianswall und kann nicht lange (bis 184) gehalten werden.

297 Die Pikten werden erstmals schriftlich erwähnt. Der römische Schriftsteller Eumenius beschreibt die Picti und Hiberni (so wurden die Bewohner Irlands genannt) als Feinde Britanniens. Woher der Name stammt ist immer noch nicht ganz klar. Es ist sowohl denkbar, dass der Stamm sich selbst so nannte (in schottischen Volksüberlieferungen ist die Rede von den Pexa oder Pechta) oder das er auf den griechischen Entdecker Pytheas zurückgeht, der im Jahre 325 v.Chr. die Britischen Inseln umsegelte. Er bezeichnete die Einwohner als Priteni, was soviel wie Bemalte heißt. Auch ihre irischen Nachbarn wiesen auf die Körperbemalungen bzw. Tätowierungen hin, sie nannten ihre Nachbarn Crutheni.

Es gibt reichlich Indizien dafür, dass die Pikten nicht zur keltischen Kulturgemeinschaft gehörten. Die wenigen überlieferten Ortsnamen können weder der Insel- noch der festlandkeltischen Sprachgruppe zugeordnet werden. Ebenso benötigte der heilige Columba (s. 563) einen Dolmetscher für seine Gespräche mit den Pikten. Ab dem 6. Jh. werden sie zum dominierenden Bevölkerungsteil.

4. Jh. Zu dieser Zeit häufen sich die Überfälle durch Seeräuber aus Irland, von denen das römische Britannien ebenso betroffen ist wie Schottlands Südwesten. Hier läßt sich auch ein Teil des irisch-keltischen Volksstammes der Scoti aus dem Königreich Dalriada nieder und weitet seinen Einfluß auf die Westküste und die Inneren Hebriden aus. Bedingt durch ihre Trennung vom irischen Stammgebiet im 7. Jh. geraten die Scoti, oder Skoten, zunächst unter die Herrschaft der Pikten.

368 Die Pikten und die Skoten fallen gemeinsam mit den germanischen Sachsen in Mittel- und Südengland ein, dieser Angriff kann jedoch zunächst erfolgreich abgewiesen werden.

383 Kaiser Theodosius gibt den Hadrianswall auf.

ca. 400 Sankt Ninian bekehrt die Pikten zum Christentum.

402 - 407 Die ohnehin schon geschwächten römischen Legionen können dem ständigen Druck der Skoten und Pikten nicht mehr standhalten und verlassen Britannien.
 
Links: Hadrianswall (Quelle: www.kent.ac.uk/)
Mitte: Briten zur Zeit der römischen Besetzung
Rechts: Römische Legionäre aus dieser Epoche
entnommen aus "Seehase/ Oprotkowitz: Die Borderer. Krieger aus dem Grenzland", König Communication, 2000)